ZENTRUM regt Umbenennung der Hindenburgstraße an PDF Drucken
Sonntag, den 19. Juni 2011 um 15:01 Uhr

In Schleswig wurde eine Umbenennung des Hindenburgplatzes in die Wege geleitet. Auch im westfälischen Münster wird eine Umbenennung eines Hindenburgplatzes angedacht. Der Landesvorsitzende der Deutschen Zentrumspartei Torben Frank nimmt dieses zum Anlaß, die Umbenennung der Hindenburgstraße in Rendsburg anzuregen. Der Rendsburger weist darauf hin, daß der "Held von Tannenberg" Paul von Hindenburg von 1916 bis 1918 zusammen mit Erich von Ludendorff die de facto Militärdiktatur im Deutschen Reich geführt habe. "In der Geschichtsforschung wird die These vertreten, daß der Eroberungskrieg im Osten, welchen später Hitler zum Ziel erhob, schon am Ende des Ersten Weltkrieges ein Ansatz war", meint Torben Frank. Dazu kämen nach Auffassung von Torben Frank die Judenzählung vom November 1916, mit welcher die Antisemiten beweisen wollten, daß die jüdischen Deutschen vor dem Fronteinsatz drückten. "Es geht nicht darum, eine nationale Ikone aus der Geschichte zu streichen, sondern einen falschen Götzen zu stürzen", betont der Beauftragte ZENTRUMs  für den Kreis Rendsburg-Eckernförde. Die Rolle Hindenburgs in der Weimarer Republik sei auch keine Gute gewesen. "Der greise Hindenburg setzte den den Reichskanzler Heinrich Brüning trotz seiner Erfolge ab, von Papen und schließlich Hitler als Reichskanzler ein", erläutert der Zentrumspolitiker und regt an: "die Hindenburg-Straße könnte in Heinrich-Brüning-Straße umbenannt werden." Heinrich Brünig war Wirtschaftswissenschaftler und Mitglied der Deutschen Zentrumspartei. Als Reichskanzler reformierte Brüning das Sozialsystem und ergriff wirtschaftspolitische Maßnahmen, deren Erfolge sich später das NS-Regime auf die Brust heftete.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 19. Juni 2011 um 15:13 Uhr